Tokio, Japan

Häusermeer Tokio – die Metropolregion zählt fast 25 Mio. Einwohner – man braucht mehrere Stunden, um die Stadt einmal per Bahn zu durchqueren. Überall Neonreklame und Werbeschilder, bunt und grell in allen Farben und mit intensiver Beschriftung. Von meinem Tokio Sakura Hotel in Ikebukuro aus erkunde ich die Stadt: Der Kontrast zwischen Tempeln und Hightech ist frappierend und zeigt die Gegensätze im Japan des 21. Jh.

Schriftzeichen entziffern für Fortgeschrittene: Hat man einmal das zugegeben nicht ganz offensichtliche U-Bahsystem entschlüsselt kommt man sehr gut in der Stadt von A nach B. Auffällig sind die wenigen Zusammenstöße trotz der Menschenmasse die sich im Laufschritt durch die Katakomben schiebt.

Wolkenkratzer und Bürotürme prägen Tokios Skyline – ähnlich wie in allen anderen Großstädten der Welt. Hier ein Rundgang durch die Stadtteile Ikebukuro, Shinjuku und die Gegend um den Tokioer Hauptbahnhof:

Spektakuläre Architektur und schöne Aussicht in Roppongi – hier befindet sich der Zenith der Tokioer Businesswelt:


Im Stadtteil Harakuju treffen sich Shoppingsüchtige und Schaulustige beim Einkaufsbummel und Sehen und Gesehen werden.

Die Doppelkreuzung am Bahnhof Shibuya ist ein Kapitel für sich – wenn die Ampel auf Grün springt, setzt sich ein Heer von Fußgängern in Bewegung. Jugendliche in den abgefahrendsten Outfits führen hier ihre Garderobe spazieren, Pendler hetzen von Zug zu Zug, Abends gehört das Terrain den Nachtschwärmern, die in den nahegelegenen Szene- Bars und Clubs Zertreuung vom Stress der Großstadt suchen.

Meine Stammkneipe in Tokio

Jeder Mensch sucht vertraute Orte, Rückzugspunkte und Wohlfühl-Zonen, wo er genießen und sich entspannen kann. Was der  Eine in seinem „Häuschen im Grünen“ sucht, findet der urbane Typus in seiner Stammkneipe. Wenn in meiner Nachbarschaft abends die Dämmerung hereinbricht geht zeitgleich die Neon-Sonne auf: Dutzende Bars, Clubs und Kneipen öffnen für die gestressten Büroangestellten, die hier im Kollegenkreis den Feierabend begehen. Im Schatten der Leuchtreklame fand ich meine Stammkneipe im „Zapp“ – einer gemütlichen Kellerbar mit Soul-, Funk-Mucke aus den 1970er/1980ern.

Unscheinbar ist der Eingang – allein die einladende Geste des Türstehers lassen mich auf den Laden aufmerksam werden. Innen herrscht Gemütlichkeit pur: Gedimmtes Licht, Ledersofa und Barhocker, eine riesige Auswahl an Cocktails, Konterfeis von Soulgrößen und deren Autogramme an den Wänden. Es darf geraucht werden & der Dj erfüllt Musikwünsche aus der beeindruckenden Plattensammlung.

Der Klassiker „Get down on saturday night“ wird hier an jedem Tag in der Woche gespielt. Die Jungs hinter der Bar sorgen für das leibliche Wohl: „Suntory Whisky“, den auch schon Bill Murray im Film „Lost in Translation“ zu schätzen wußte, wurde mein Lieblingsgetränk. Beste Stimmung garantiert, innerhalb von drei Besuchen wurde ich Stammgast.

 

 

 

 

 

 

 

Von Tempeln, Gärten und Burgen – das andere Tokio

Als Kontrapunkt zum Lärm der Metropole gibt es gibt es in Tokio riesige Parks und Tempelgärten – trotz der Nähe zur Bebauung – Abseits des städtischen Dschungels kommt man sich vor wie mitten im Wald. Dort herrscht kontemplative Ruhe – Wie hier im Meji-Schrein oder in den kaiserlichen Gärten:

Mitten im Zentrum der Stadt liegt der kaiserliche Palast – auf einer Insel mit Wassergraben rundherum. Bei schönem Wetter kann man auf der großen Wiese dort perfekt picknicken – bei Regen sucht man im Bambuswald oder bei den Souvenirläden Zuflucht. An jenem Tag schaffte ich es gerade noch rechtzeitig vor den dicken Wolken:

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Der große Sprung nach Asien 2.0

Nach dem Portugiesischen Sommer und dem Abstecher auf der Krim hatte ich noch 6 Wochen bis zum Ende meiner Reise. Ich wollte nun ein absolutes Kontrastprogramm zur bisherigen Route. Viele Ideen schweiften mir durch den Kopf: Zurück nach Deutschland per Bahn durch die Ukraine und den Balkan, Durch den wilden Kaukasus nach Georgien, Armenien, Auf den Gleisen der Baghdadbahn durch die Türkei nach Persien, Einmal rund um das schwarze Meer, Über den Großen Teich in die USA – Von New York nach San Francisco fahren…alles nix –

Warum also jetzt diese Aktion? Und warum Japan – ausgerechnet jetzt im Jahr des großen Erdbebens?

Darum. Gerade deswegen. Im Zuge der Katastrophe ist der Tourismus im Land weitgehend zum Erliegen gekommen. Wenn die Japaner jetzt etwas brauchen, dann Besucher aus dem Ausland. Und allein schon aus Solidarität gehört sich das.

Flug gebucht Koffer packen und los gings – zunächst von der Krim zurück nach Istanbul:

Schlafen auf Flughäfen – mittlerweile mein Lieblingssport (siehe Links). Ein bisschen wie „Pfadfinder“ und „wild campen, überdacht“ – in Istanbul klappte dies wie immer reibungslos bis die Reinigungskräfte um 5h morgens auftauchten.

Zwischenstopp in Wien

Kaiserwetter erwartete mich in Österreich bei sonnigen 25° – Wien wie ich es gern habe. Der Stopover reichte gerade für einen Kurzausflug in die Innenstadt zum Stefansdom und für ein Tässchen Wiener Mélange inklusive Sachertorte:

Jetzt wirds ernst: Gate-Änderung im letzten Moment und Chaos beim Einsteigen – mag die Stadt noch so schön sein – Wien-Schwechat ist ein katastrophaler Flughafen. Endlich gehts los:

Nachts über Sibirien sinke ich in einen traumlosen Schlummer – an Schlafen ist kaum zu denken. Die innere Uhr ist der Ortszeit um einige Stunden zurück, ich zwinge mich zur Müdigkeit. Anbei das Wort zum Sonntag:

Japan erstrahlt in vollem Sonnenschein als wir gegen 8h Ortszeit landen. Noch ist es eine lange Bahnfahrt vom Flughafen Narita ins Zentrum. Dort erst erwartet mich mein „Tokio Hotel“ im Stadtteil Ikebukuro.

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Schaschlik in Sewastopol

Die Tage nach dem Festival verbrachte ich in vertrauter Runde bei Freunden in Sewastopol, die ich von letztem Jahr her kannte. Es gab manche déjà-vus aber auch neue Bekanntschaften an diesem Sonntag nachmittag am Lagerfeuer bei allerlei Gegrilltem und Wodka.

Nach den Feierlichkeiten zum Siegestag am 9.Mai machte ich mich auf nach Xersones – einer antiken griechischen Ruinenstadt die hier auf der Krim im Zuge der hellenistischen Kolonisation gegründet wurde.

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Sektabend 2.0

Auch der Sektabend mit einem guten Freund war keine Premiere: Wie im letzten Jahr fuhren wir von Sudak nach Novi Svet, um in der dortigen Kelterei zwei Flaschen Sekt zu erstehen. Roter Krimsekt – versteht sich. Der Kiesstrand von Sudak im Schatten der Ritterburg ist das ideale Setting für eine lässige Trinksession zu zweit: Die Schatten werden länger, golden geht die Sonne unter als sich der Alkoholpegel schluckweise nach oben schraubt, das Meer rauscht im Hintergrund – herrlich!!

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Krimtango 4.0

Tangofestival auf der Krim – zum 4. Mal nacheinander war ich zu Gast -> Und immer wieder begeistert: 6 Tage und Nächte im Ballsaal, der die Welt bedeutet. Eines der besten Festivals weltweit und immer eine Reise wert. Ich entschloss mich sehr kurzfristig (2 Tage vorher) dorthin zurückzukehren. Turkish Airlines fliegt täglich von Istanbul auf die Krim – ein Taxi an die Küste konnte ich mir mit einem altbekannten Tangokumpel teilen. Hier noch ein paar Eindrücke vom letzten Abend der wie gewohnt im Morgengrauen endete:

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Der globale Kreis schließt sich – Ende des „Portugiesischen Sommers“

Nach 13 Monaten kreuzen sich die Routen: Nach dem kurzen Abschluss in Indien komme ich zurück nach Europa und schließe den Kreis in Istanbul, wo ich letztes Jahr nach Armenien gewesen war.

Ab jetzt gibt es nur noch „Wiederholungen“ oder „Ausbrüche“ von den gewohnten Zielen.

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Goa

Goa war einmal – neben Kathmandu – das Ende der 1970er Hippie-Trails, wo gestrandete Westler ausstiegen und in selbstgebauten Hütten den europäischen Winter verkifften. Später dann in den 1990ern gab es die Goa-Partyszene mit 96h-nonstop Raves und  tonnenweise Amphetaminen und Aufputschmitteln. Diese Zeiten sind vorbei: Heute herrscht hier der moderne Pauschaltourismus – in der Mehrzahl kommen Inder mit Kind und Kegel, um eine Woche in exotischer Atmosphäre auszuspannen. Die Polizei schob dem Drogentourismus einen Riegel vor, allein die Russen und Israelis kämpfen noch im Verborgenen um die restlichen Marktanteile.

Ich fand in Panjim, der Hauptstadt Goas, abseits der Strände, auf Kulissen aus dem portugiesischen Dokumentarfilm. Ganze Details an Straßenzügen erkannte ich wieder, und traf auf Charaktere und Mitwirkende, siehe hier:

Nur ein bißchen Farbe war hier und dort abgeblättert, ansonsten war alles noch genauso wie im Film. Das Viertel „Fontainhas“ gleicht einem portugiesischen Dorf, indem die Zeit stehengeblieben sein scheint. Antiquiarisch das Mobiliar der Wohnungen, Alt-Portugal, wie es wohl selbst im Mutterland selten zu finden ist.

Im Rest der Stadt und am Strand Miramar zeigen sich die Einflüsse des Pauschaltourismus, der für Goa zur Haupteinnahmequelle geworden ist.

Bei einem Besuch in Alt-Goa stoße ich auf Kloster- und Sakralbauten aus dem 17.Jh. Bis heute ist die Provinz mehrheitlich christlich geprägt.

Am Abend kehrt Ruhe ein in dem betriebsamen Städtchen – fahles Laternenlicht wirft lange Schatten und die Touristen gehen an der Promenade spazieren.

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