Das Filmprojekt in Maputo – Cinema de lata

http://cinedocmaputo.blogspot.com/

DVDs am Straßenrand für 1€/Stück

Ganz per Zufall erfuhr ich von einem Dokumentarfilmprojekt, das die Polytechnische Universität von Maputo in Kooperation mit einer Brasilianischen Filmhochschule veranstaltete. Mitmachen konnte jeder, ohne Gebühr. Ich schrieb mich am gleichen Tag ein und besuchte die Vorlesungen. Neben einer Einführung ins Filmen an sich bildeten sich dabei einzelne Gruppen, die ihre Idee von einem Dokumentarfilm verwirklichten:

Unsere Idee: Das Kino lebt in Mosambik  – trotz einiger Filmproduktionen – eher ein Schattendasein. Ganze fünf Stück gibt es landesweit in der traditionellen Form eines großen Saales mit Leinwand und Projektor. Daneben gibt es an die 5.000 „ambulant“ betriebene Kleinskinos – oft in Form einer Garage, Hütte, o.ä., die mit einem DVD-Player ausgerüstet  jeden abend mit frisch gespressten Raubkopien die Nachbarschaft unterhalten. Actionspektakel gegen kleines Geld und in familiärer Atmosphäre.

Unsere Idee war es, einen Vergleich zwischen beiden Arten des Kinos zu zeigen – wir filmten sowohl in einem „normalen“ Kino in der Stadt als auch vor Ort „im Busch“ in einem sogenannten „Cinema de lata“ (Wellblechhüttenkino):

Kaio und Leila - die Initiatoren des Workshops

Francisco bei der Vorstellung seiner Idee

Unsere Gruppe: Dorian, ich, Francisco und Richard

 

 

 

 

 

 

Shady und ihre Gruppe

Natalina und Ihr Team bei der Präsentation

 

 

 

 

 

 

 

Durch Franciscos Kontakt zu Zito – dem Betreiber eines Kinos – inspizierten wir den Drehort zur Vorbereitung:

30 km außerhalb von Maputo - mitten im Busch

Francisco und Zito - vor Ort

Das Kino - eine Bambushütte

Eintritt kostet 20 Cent

Bei der Installation des DVD-Players

Strom ist angeschlossen - Film ab!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kaio beim Aufbau der Ausrüstung

Lage checken, Licht, Ton, Weissabgleich

 

 

 

 

 

 

Vorbereitungen für das Interview mit Zito

 

 

 

 

Zito erzählt seine Geschichte

Zito zeigt in seinem Kino vor allem Action- und Kung-Fu Streifen aus Hollywood oder Fernost: Warum? Weil die Leute es sehen möchten! Als das einzige Haus am Platz kommen vor allem die Nachbarn und seine Freunde aus der Ortschaft, um hier ein paar Stunden Zerstreuung zu erleben. Die DVDs kauft er einmal in der Woche in Maputo auf der Straße – das Gewerbe wird von der Polizei geduldet, bzw. ignoriert. Pro Monat verdient Zito damit zwischen 100 und 150€ – er hat zwei Angestellte, arbeitet aber nebenher noch auf dem Bau in Maputo und als Kung-Fu Ausbilder. Er betreibt sein Kino seit fast einem Jahr und will als nächstes in eine Leinwand und einen Beamer investieren.

 

Die Nachbarschaft sind seine Besucher

Eugenio, der Platzanweiser

 

 

 

 

 

 

Interview mit einem Zuschauer

Als Kontrastprogramm zu diesem Kino wählten wir das alte Teatro Scala aus den 1940er Jahren und das Cine Xenon aus. Zwei der fünf funktionierenden „offiziellen“ Kinos in Mosambik:

Das Teatro Scala in Maputo

Im Zuschauerraum

Das Cine Xenon zeigt aktuelle Filme

Im Projektorraum

Doch das Drehen ist nur ein kleiner Baustein im ganzen Projektverlauf – viel mehr Zeit geht drauf beim Schneiden, Konzipieren und der Post-Produktion:

Zu dritt bei der Materialauswertung

Die Szenenauswahl

Die Nachvertonung...

...und das Making-of-Video

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Der Portugiesische Sommer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s