Monatsarchiv: November 2010

9. Etappe: Santiago de Chile

Der Palacio de Moneda – Sitz des Präsidenten

Die chilenische Hauptstadt ist gegenüber Buenos Aires eine Oase der Ruhe: Umgeben von den Ausläufern der Anden streckt sich die Metropole entlang eines kleines Flußtals, immer mit Blickkontakt zu den mächtigen Bergen im Hintergrund. Das Klima ist kontinental: Trotz tagsüber fast 30 Grad werden die Nächte mit unter 10 Grad noch richtig kühl.

Das kompakte Zentrum ist bequem zu Fuß zu erlaufen – Start ist der Palacio de la Moneda: Präsidentensitz und tragischer Ort des 11.9.1973 während des Staatsstreichs von Augusto Pinochet.

Der gleiche Ort am 11.9.1973

Das letzte Foto von Präsident Salvador Allende vor seinem Tod

Der Fernsehturm und die Staatsflagge

Die große Fahne auf der Avenida O'Higgins

Die große Fahne auf der Avenida O'Higgins

Weiter durch die Fußgängerzone in Richtung Plaza de Armas:

An der Plaza de Armas

Durch die Brille gesehen

Barock neben Büro - Kontrast im Stadtbild

Hier mit Bäumen und Bänken

Hier das Komplettbild

Spazieren gehen auf der Plaza

Zwei Kirchen begrenzen diese Oase der Altstadt

Vorbei an der Börse und modernen Bürogebäuden bewege ich mich durch die Stadt:

Die alte Börse aus dem 19. Jh.

Vorbei an Bäumen und Gebäuden

Auch hier erstrahlt der Frühling in violett durch die Blüten des Jacarandabaums: Wie in Buenos Aires wächst er auch hier an jeder Ecke:

Jacarandabaum in voller Pracht

Eine Zierde für jede Füßgängerzone

Neben der Nationalbibliothek

Am Außenministerium

In den Einkaufsstraßen

Am Museumseingang

Am Rande des Zentrums liegt ein kleiner Park auf einem Hügel – von den Chilenen liebevoll „Cerrito“ genannt. Macht man sich die Mühe ihn zu erklimmen wird man mit besten Panoramasichten auf Santiago und die umliegenden Anden belohnt.

Blick auf Santiago und die Anden

Das Wasser von Neptuns Brunnen kühlt angenehm in der Hitze

Auch eine Burg gibt es im Park

Hier der Eingang

Rundherum - Moderne Gebäude

Blick ins Zentrum

Auf die andere Seite des Tals

Bei mir im Viertel Barrio Brasil trifft man allerdings weder auf Hochhäuser noch auf Springbrunnen – abseits des Zentrums in einem traditionellen Arbeiterviertel trifft sich die Subkultur an der Plaza Brasil im Konzerthaus zu Ehren des chilenischen Sängers Victor Jarra:

Das Konzerthaus im Viertel

Tischtennis und Baummalereien auf der Plaza Brasil

Auch hier die blühenden Bäume

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8. Etappe Buenos Aires, Argentinien

Der Obelisk auf der Avenida 9de Julio - Wahrzeichen von Buenos Aires

Elektro Tango & Easy Listening

Die Hauptstadt Argentiniens ist eine Metropole von Weltformat – im Großraum wohnen fast 14 Mio. Einwohner:  In etwa ein Drittel des ganzen Landes konzentriert sich in der Stadt am Rio de la Plata. Das man hier keinen Schlaf bekommt, ist wahr: Je nachdem an welcher lauten Straße man wohnt oder was man nachts unternimmt. Großes Thema in der Stadt und mittlerweile ein wahrer Industriezweig ist der Tango.

Als Straßenspektakel für die Touristen

Tangoschuhe sind der Renner

Gibts in unendlicher Auswahl

Die legendäre Confiteria Ideal in Zentrum

Das Logo

Auch die Lokale aus dessen „goldener Zeit“ der 1930er und 1940er Jahre sind heute zu Sehenswürdigkeiten geworden. Hier die Confiteria Ideal – die alte Generation tanzt nachmittags hier. D.h. unter 60 Jahren Alter sollte man hier einen Kaffee trinken und ein „Hörnchen“ essen und das Tanzbein abends schwingen.

Madonnas bzw. Evitas Palast „Casa Rosada“ – Don’t cry for me Argentina…

Vom Balkon des hier gezeigten Hauses verkündeten Politiker ihre Programme, Generäle feierten ihre großen Siege und ein Mädchen aus dem Volk sang den Massen ihre Lieder.

Die Plaza de Mayo in voller Beflaggung

Die Kathedrale und das Museum

 

Die violetten Blüten des Jacaranda-Baums

Der Frühling in Südamerika zeigt sich am Anschaulichsten in der violetten Blütenpracht des Jacaranda-Baums. Nur ein paar Wochen im Jahr blüht er – zu Beginn des Frühlings im November. Überall in der Stadt trifft man auf diese Bäume, die nur in den Subtropen wachsen.

Bäume säumen die Straßen und tauchen das Bild in zarte lila Töne

Fast 25 Grad sind es bereits - fast zu heiß für die Blüten

Samstag nachmittag sind die Straßen leerer

Drei Architekturstile in einem Bild

Überall violett

Schöner Kontrast zur Fassade

 

Parks zum Spazieren gehen in Recoletos

Buenos Aires erstreckt sich vor allem in der Vertikalen Dimension – steil nach oben. Ob in den Straßenschluchten zwischen den Hochhäusern oder mit seinem eindrucksvollen Monumenten, das Streben nach Größe ist überall vorhanden.

1926 zum 400-jährigen Stadtgeburtstag erichtet

Flagge einholen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Verkehrsinsel auf der Avenida 9de Julio

Bei wenig Verkehr

Kehraus auf der Avenida Corrientes

Etwas weiter entfernt

 

 

 

 

 

 

 

Spiegel der Zeiten

In den Schluchten der Stadt

Alles strebt nach oben

Paläste aus den 1930er Jahren

Moderne Hotels neben Neoklassik

Ein Glück, daß ich weit weg von diesem Teil der Stadt wohne: In Boedo geht es ruhiger zu – Theater und Straßencafés liegen um die Ecke und mein Schlaf ist gesichert – selbst am Tag.

Im Café Margot gibt es beste Steaks und leckere Schnitzel

Grafitti an den Hauswänden

Das Theater Trianon

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Das Filmprojekt in Maputo – Cinema de lata

http://cinedocmaputo.blogspot.com/

DVDs am Straßenrand für 1€/Stück

Ganz per Zufall erfuhr ich von einem Dokumentarfilmprojekt, das die Polytechnische Universität von Maputo in Kooperation mit einer Brasilianischen Filmhochschule veranstaltete. Mitmachen konnte jeder, ohne Gebühr. Ich schrieb mich am gleichen Tag ein und besuchte die Vorlesungen. Neben einer Einführung ins Filmen an sich bildeten sich dabei einzelne Gruppen, die ihre Idee von einem Dokumentarfilm verwirklichten:

Unsere Idee: Das Kino lebt in Mosambik  – trotz einiger Filmproduktionen – eher ein Schattendasein. Ganze fünf Stück gibt es landesweit in der traditionellen Form eines großen Saales mit Leinwand und Projektor. Daneben gibt es an die 5.000 „ambulant“ betriebene Kleinskinos – oft in Form einer Garage, Hütte, o.ä., die mit einem DVD-Player ausgerüstet  jeden abend mit frisch gespressten Raubkopien die Nachbarschaft unterhalten. Actionspektakel gegen kleines Geld und in familiärer Atmosphäre.

Unsere Idee war es, einen Vergleich zwischen beiden Arten des Kinos zu zeigen – wir filmten sowohl in einem „normalen“ Kino in der Stadt als auch vor Ort „im Busch“ in einem sogenannten „Cinema de lata“ (Wellblechhüttenkino):

Kaio und Leila - die Initiatoren des Workshops

Francisco bei der Vorstellung seiner Idee

Unsere Gruppe: Dorian, ich, Francisco und Richard

 

 

 

 

 

 

Shady und ihre Gruppe

Natalina und Ihr Team bei der Präsentation

 

 

 

 

 

 

 

Durch Franciscos Kontakt zu Zito – dem Betreiber eines Kinos – inspizierten wir den Drehort zur Vorbereitung:

30 km außerhalb von Maputo - mitten im Busch

Francisco und Zito - vor Ort

Das Kino - eine Bambushütte

Eintritt kostet 20 Cent

Bei der Installation des DVD-Players

Strom ist angeschlossen - Film ab!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kaio beim Aufbau der Ausrüstung

Lage checken, Licht, Ton, Weissabgleich

 

 

 

 

 

 

Vorbereitungen für das Interview mit Zito

 

 

 

 

Zito erzählt seine Geschichte

Zito zeigt in seinem Kino vor allem Action- und Kung-Fu Streifen aus Hollywood oder Fernost: Warum? Weil die Leute es sehen möchten! Als das einzige Haus am Platz kommen vor allem die Nachbarn und seine Freunde aus der Ortschaft, um hier ein paar Stunden Zerstreuung zu erleben. Die DVDs kauft er einmal in der Woche in Maputo auf der Straße – das Gewerbe wird von der Polizei geduldet, bzw. ignoriert. Pro Monat verdient Zito damit zwischen 100 und 150€ – er hat zwei Angestellte, arbeitet aber nebenher noch auf dem Bau in Maputo und als Kung-Fu Ausbilder. Er betreibt sein Kino seit fast einem Jahr und will als nächstes in eine Leinwand und einen Beamer investieren.

 

Die Nachbarschaft sind seine Besucher

Eugenio, der Platzanweiser

 

 

 

 

 

 

Interview mit einem Zuschauer

Als Kontrastprogramm zu diesem Kino wählten wir das alte Teatro Scala aus den 1940er Jahren und das Cine Xenon aus. Zwei der fünf funktionierenden „offiziellen“ Kinos in Mosambik:

Das Teatro Scala in Maputo

Im Zuschauerraum

Das Cine Xenon zeigt aktuelle Filme

Im Projektorraum

Doch das Drehen ist nur ein kleiner Baustein im ganzen Projektverlauf – viel mehr Zeit geht drauf beim Schneiden, Konzipieren und der Post-Produktion:

Zu dritt bei der Materialauswertung

Die Szenenauswahl

Die Nachvertonung...

...und das Making-of-Video

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7. Etappe: Maputo, Mosambik

Im Hafenviertel von Maputo

Maputo (früher Lourenco Maques) überzeugt durch seine weitläufigen Alleen, großen Parks und seine schöne Lage – am Rande der Delagoabucht am Indischen Ozean. An den Linksverkehr muß man sich erst gewöhnen, auch ist Englisch hier – aufgrund der Nähe zu Südafrika – weit verbreitet, was die Verständigung erleichtert. Schematisch gesehen teilt es eine Unterstadt am Hafen und die Oberstadt auf den Hügeln abseits der Bucht. Erst um 1880 – und verstärkt durch den Eisenbahnanschluss ab 1895 –  entwickelte sich hier eine Siedlung um das alte Fort herum, die Stadt trägt daher eher Züge des 19. und 20.Jh.. Manche Plätze davon habe ich aufgespürt und festgehalten:

Das alte Fort aus dem 18.Jh.

Der Bahnhof aus dem 19. Jh.

...ist heute ein Museum

...ist auch heute in Betrieb

In den Straßenschluchten der Unterstadt

Auch hier ein paar Gegenüberstellungen aus den 1970er Jahren mit aktuellen Aufnahmen:

Nachtleben um 1970

Am gleichen Ort im Jahr 2010

Truppenparade vor dem Gouverneurspalast

Autoschlange vor dem Präsidentenpalast

Der Bahnhof um1970

hier bei Nacht

Hotel Central im Hafenviertel bei Nacht

...hier bei Tag

Im Hafenviertel von Maputo herrscht bis heute ein zwielichtige, geheimnisvolle Atmosphäre – tagsüber werden hier viele Geschäfte mit unklarem Inhalt  abgewickelt, Ware wird umgeschlagen – Import, Export läuft. Am Abend wird das Viertel zum Revier der Ganoven und Kleinkriminellen, die Halbwelt dominiert das Geschehen:

Straßenszene am Hafen

Im Schatten der Hochhäuser

Schmiedeeiserne Balkons aus dem 19.Jh.

In den Seitenstraßen der Unterstadt

...mit überdachtem Gehsteig

Abends unterwegs...

Immer im Licht

Die rua de arte am Tag -

Reggae am abend

Richtung Oberstadt verwandelt sich das Bild: Breite Straßen und große Gebäude repräsentieren das Gesicht des jungen Landes Mosambik, das nach langem Unabhängigkeits- und anschließendem Bürgerkrieg seinen Weg ins 21. Jh. bahnt.

Hochhaus der Mcel Gruppe

Kathedrale mit Hotel Pestana

Nur die Farbe hält die Fassade zusammen

Hier die renovierte Version gegenüber

Der Präsidentenpalast

Gustave Eiffel konstruierte nicht nur das weltberühmte Pariser Wahrzeichen, sondern u.a. auch das „Eiserne Haus“ in Maputo:

Das eiserne Haus

Naturkundemuseum im Manuelistischen Stil

Blick auf die Unterstadt

Richtung Oberstadt verändert die Stadt ihr Gesicht

Das Hotel Cardoso

Einer der "roten Türme"

Kunst ist hier in Mosambik eine sehr junge Disziplin – faszinierend ist die kreative Vielfalt und die Improvisationsfähigkeit der hiesigen Künstler:

Der Waffenstuhl aus Gewehren und Granaten

Säulengemälde

Ein paar alte Villen haben die Zeit nicht überlebt oder sind umfunktioniert.  Hier das ehemalige Hauptquartier der Geheimpolizei PIDE in der Villa Algarve und das Restaurant 1908:

 

Die Villa Algarve

Im Restaurant 1908

 

 

 

 

 

 

Auch der indisch-arabische Einfluss ist bis hierher spürbar: Neben einigen Moscheen gibt es seit Jahrhunderten indische Einwanderer, die ihre Kultur und Küche mitgebracht haben.

 

Moschee in Maputo

An der Avenida Eduardo Mondlane

 

 

 

 

 

 

 

Moschee im Hafenviertel

 

 

 

 

 

 

Wenn es regnet sind alle Regeln außer Kraft gesetzt: Heißt – nichts geht mehr, und warten bis es vorbei ist. Später nach dem großen Guss „spiegelt“ sich die Stadt in sich selbst wider:

 

Dieses Spiegelbild ist keine Fata Morgana

Straßen unter Wasser

 

 

 

 

 

 

Doch spätestens eine Stunde später scheint bereits wieder die Sonne und strahlt in vollem Glanz auf die Bucht:

 

Blick auf die Delagoabucht

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Frauen – weltweit

Ohne Worte, denn auch so sprechen sie für sich – starke Frauen,  mit Austrahlung, Charakter und Würde. Ich verdanke Euch sehr viel – Danke!

P.S. Diese Reihe wird fortgesetzt…

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